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Gülaferit hat gewonnen

Am 3. November beendete Gülaferit Ünsal ihren Hungerstreik, da Ihre Forderung, die Verlegung einer Gefangenen, die Gülaferit aus rassistischen Motiven angegriffen hat, erfüllt wurde.

Gülaferit Ünsal im Hungerstreik

Seit dem 1. November 2017 ist Gülaferit Ünsal im unbefristetetem Hungerstreik. Ihre Forderung ist dass die rassistische Gefangene die Gülaferit angegriffen hat aus Ihrer Station verlegt wird.

Die rassistische Gefangene hat selbst auch einen solchen Antrag gestellt. Hier an diesem Beispiel wird ganz klar das das Knastsystem die Gefangenen gegeneinander ausspielt.

Weitere Infos folgen…

Radiobericht aus Berlin: Demo gegen Repressionshilfe Deutschlands an die Türkei und für die Freiheit von Gülaferit Ünsal

Bei Radio Aktiv ist ein Radiobericht von der Demonstration erschienen.

Gefangenenkämpfe verlaufen stürmisch, ähnlich wie das Wetter am
vergangenen Wochenende. Trotzdem demonstrierten ca. 100 Berliner*innen
am Samstag anläßlich eines rassistischen Übergriffs in der JVA für
Frauen in Lichtenberg für die Freiheit von Gülaferit Ünsal. Sie ist eine
politische Gefangene, die nach dem Gesinnungsparagraphen § 129b auf
Ersuchen der Bundesanwaltschaft von Griechenland ausgeliefert und hier
zu 6,5 Jahren Haft verurteilt wurde. Und dass, obwohl sie als
anerkanntes Folteropfer aus der Türkei in Griechenland zuvor politisches
Asyl genoss. Die Bundesrepublik leistet nach wie vor
Gefälligkeitsdienste an den türkischen Machthaber Erdogan und macht sich
in Europa zu dessen Repressionshelfer.

Gülaferit Ünsals Haft endet in ca. zwei Monaten. In einem Anruf an die
Demonstration berichtete sie von der Wahrnehmung des Protestes in ihrem
Zellenblock und kündigte einen Hungerstreik an, sollten die
rassistischen Übergriffe von der Gefängnisleitung weiterhin toleriert
werden. Sie sagte, dass sie sich darauf freue, alle solidarischen
Unterstützer*innen im Januar bei ihrer Haftentlassung persönlich zu treffen.

Direkt zum Podcast geht es hier.

Radio Aktiv Berlin war vor Ort und berichtet in O-Tönen:
http://radioaktivberlin.blogsport.de/2017/10/30/berlin-demo-gegen-repressionshilfe-deutschlands-an-die-tuerkei-und-fuer-die-freiheit-von-guelaferit-uensal/

Weitere Informationen bei der Solidaritätsgruppe für Gülaferit Ünsal:
http://soligruppeguelaferituensal.blogsport.de/

Demonstration zur JVA für Frauen in Lichtenberg

Gestern fand in einer Regenpause eine Protestdemonstration gegen den rassistischen Übergriff in der JVA fürt Frauen in Lichtenberg statt.

Gegen 18 Uhr versammelten sich verschiedenste Leute am S und U Bahnhof Frankfurter Allee um mit Musik und Redebeiträgen um auf die Situation der inhaftierten Gülaferit aufmerksam zu machen, die Opfer eines rassistischen Übergriffs durch eine Deutsche wurde.

Es wurde über letzte Besuche berichtet bei Ihr und über Rassismus generell. Gegen 18:30 Uhr ging dann die Demonstration los. Sprüche waren unter anderem: „Gülaferit Ünsal onurumuzdur!“ (…ist unsere Würde), „Devrimci tutsaklara özgürlük!“ (Freiheit für revolutionäre Gefangene), „Freiheit für alle politischen Gefangenen!“, „Hinter dem Faschismus steht das Kapital, der Kampf um Befreiung ist International!“. Auf der Demonstration waren auch viele Roten Fahnen zu sehen und so durfte auch der Spruch: „Hoch die Internationale Solidarität!“ nicht fehlen.

Als der Knast umrundet war und vor dem Eingang eine Zwischenkundgebung stattfand, rief Sie an und bedankte sich für die Solidarische Unterstützung mit der Demonstration und das Sprüche wie: „Hoch die Internationale Solidarität!“ gut zu hören seien und Frauen von drinnen diese solidarisch mitriefen.

Sie kündigte weiterhin an, sollte die „Angreiferin“ nicht binnen einer Woche verlegt werden in den befristeten Hungerstreik zu treten. Es gab verschiedene Grußbotschaften und Redebeiträge, u.a. von der Roten Hilfe, dem Netzwerk Freiheit für alle Politischen Gefangenen, der Gefangenengewerkschaft und auf türkisch.

Nach der Zwischenkundgebung ging die Demo mit ca 90 Leuten auf der Frankfurter Allee zurück zum Ausgangspunkt.

Erklärung Soligruppe Gülaferit zu den Ereignissen am 8.10. in der JVA Lichtenberg

Knapp drei Monate vor der Haftentlassung* unserer Freundin und Genossin
Gülaferit lässt das Knastsystem die Situation eskalieren. Die
fortwährenden Provokationen und Schikanen gegen Gülaferit gipfeln in
einem brutalen Angriff.

Was ist passiert: Bei einem Besuch schilderte uns Gülaferit wie es am
8.10. zu dem Angriff kam. Sie ging in die Zelle einer Mitgefangenen um
das permanente Abspielen extrem lauter Musik zu stoppen. Daraufhin ging
die Mitgefangene auf sie los und attackierte sie mit Fäusten. Ebenfalls
drückte die Mitgefangene Gülaferit mit einem Besenstiel vor dem Hals an
die Wand und beschimpfte sie rassistisch. Gülaferit wurde verletzt und
musste auf der Krankenstation behandelt werden, sie trug an mehreren
Körperstellen Hämatome (Blaue Flecken) davon.

Der Hintergrund ist eine monatelange andauernde Streitigkeit mit der
Mitgefangenen über „Musiklautstärke“, rassistische Äußerungen ihr und
anderen Gefangenen gegenüber sowie die verleumderischen Behauptungen,
Gülaferit sei eine „Terroristin“ und “Bombenlegerin”.

Laut Gülaferit haben sich die Wärter bei der Attacke nicht blicken
lassen, obwohl lautes Geschrei durch den Angriff hörbar war.

Das Nichtverhalten der JVA gegenüber Auseinandersetzungen zwischen den
Gefangenen hat System. Der Knast trägt die Verantwortung für diesen
Angriff. Er hat diesen Angriff provoziert und er zeigt den anderen
gefangenen Frauen, dass es keine Konsequenzen hat, wenn sie Gülaferit
angreifen oder provozieren. Im Gegenteil, oft bekommen die
Mitgefangenen, die das perfide Knastspiel mitmachen, sogar noch
Privilegien dafür. Schon seit Beginn ihrer Haft wird Gülaferit im
Frauengefängnis Berlin Lichtenberg schikaniert und isoliert. Frei nach
dem Motto ‘teile und herrsche’ werden die Gefangenen gegeneinander
ausgespielt und so davon abgehalten sich kollektiv gegen das Knastsystem
zu stellen. So kann es reibungslos funktionieren und die Gräben zwischen
den Gefangenen vertiefen.

Gülaferits Forderung, dass die Angreiferin verlegt wird, kam der Knast
nicht nach. Seit Jahren setzt sich Gülaferit gegen Schikanen und
Ungerechtigkeiten im Knast zur Wehr und das wird sie bis zum letzten
Knasttag tun. Sie lässt sich auch durch Beschwichtigungstaktiken vom
Knast nicht kaufen.

Gülaferit braucht unsere Solidarität, gerade auch jetzt, wo sie kurz vor
ihrer Entlassung steht.

Den 28.10.2017 wollen wir zum Anlass nehmen um zu einer “Demonstration
gegen institutionalisierten Rassismus” zum Frauenknast Lichtenberg
aufzurufen.

Kommt am Samstag, 28.10 um 18 Uhr zum S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee

Gülaferit ist nicht alleine!

*Die linke politische Gefangene wurde am 21. Oktober 2011 in
Griechenland festgenommen, an Deutschland ausgeliefert und sitzt seit
dem Juni 2012 eine 6,5 jährige Haftstrafe nach §129b ab. Diese geht bald
zuende.